Freitag, 8. März 2013

Die große intuitive Weisheit, die das Denken überschreitet (Herz-Sutra)



Meister Dōgen beschreibt im zweiten Kapitel des Shōbōgenzō das Herz-Sūtra und interpretiert es nach seinem eigen tiefen Verständnis. Auf Sankrit heißt es die „prajna pāramitā“ Sutra (japanisch Makahannya haramitsu), dabei bedeutete prajna kluge Erkenntnis und paramita das andere Ufer erreichen und transzendieren; also geht es hier um die umfassende vollkommene Erkenntnis, die das gewöhnliche Denken und Fühlen überschreitet.

Häufig wird dafür auch die „vollkommene Weisheit „ gesagt, die jenseits des gewöhnlichen materiellen und ideellen Denken ist. Damit ist gleichzeitig die Leere gemeint, also die Freiheit von den üblichen Fesseln, das ist das Gleichgewicht des Lebens wie in der Zen-Meditation. Diese vollkommenen Erkenntnis der natürlichen Wirklichkeit und damit der Wahrheit ist zusammen mit dem richtigen Handeln die Voraussetzung für die Erleuchtung. Und Zen-Geist ist Anfänger-Geist, wie Shunryu Suzuki sagt.

Dogen stellt das berühmte Sūtra, das mit den Begriffen „Form und Leere“ verbunden ist, an den Anfang seiner umfassenden Lehre des Buddhismus.

Das Herz-Sūtra ist eines der kürzesten aber wohl auch das aussagekräftigste, aus einer Reihe von zirka vierzig Sūtras des Mahayana zu diesem Thema. Es wird in den buddhistischen Gruppen der meisten ostasiatischen Traditionen wie auch bei uns in Berlin-Kreuzberg heute noch regelmäßig rezitiert.

Pāramitā bedeutet wörtlich das „Erreichen des anderen Ufers“, also das Erwachen und Überschreiten des üblichen Denkens, Fühlens und der gewöhnlichen Wahrnehmung. Prajñā pāramitā ist mit dem Begriff der Leerheit (shūnyatā) verbunden, der vor allem von Meister Nāgārjuna tiefgründig interpretiert wurde. Der Begriff der Leerheit hat allerdings immer wieder zu großen Missverständnissen geführt, weil oft die Vorstellung von Nihilismus und Ablehnung von Vernunft und Logik damit verbunden wird. Dies ist aber total falsch.

Prajñā kennzeichnet vielmehr Qualitäten unseres Geistes, die beim linearen, eindimensionalen Denken und der Trennung von Subjekt und Objekt nicht zum Zuge kommen. Ich selbst habe das Herz-Sūtra wieder und wieder rezitiert und hatte zunächst erhebliche Mühe, überhaupt dessen Sinn zu erfassen, besonders deswegen, weil es am Schluss heißt, dass dieses Sūtra mit seiner Kraft „alles Leiden wegnimmt“. Wie kann man das Leiden überwinden, wenn es wörtlich heißt, „Form - Leere, Leere genau Form“ und dass Augen, Ohren usw „leer sind“? Das war mir in der Tat völlig unklar. Nishijima Roshi sagt zu diesem Kapitel:

„Prajñā wird intuitiv und unmittelbar erfahren, wenn Körper und Geist im Zustand des Gleichgewichts sind, und Zazen ist die Übungspraxis, durch die Körper und Geist in diesen Zustand gelangen. So ist die Pāramitā der großen Weisheit die Essenz des Zazen.“ Denn Zazen ist ungegenständliche Meditation: dann ist unser Geist schon leer von rotierenden Ideen und Gedanken und auch emotionsfrei, das ist die erste Erleuchtung

Nishijima Roshi verwendet für den Begriff der Leerheit häufig den Zustand des ganzheitlichen Gleichgewichts von Körper und Geist, also des ganzen Menschen und auf keinen Fall nur seines Verstandes.

Dōgen beginnt dieses Kapitel wie folgt:
„Währen der Bodhisattva Avalokiteshvara die tiefgründige Prajñā-Pāramitā praktiziert, reflektiert der ganze Körper, dass die fünf Komponenten des Menschen (skandha) vollständig leer sind.“

Nishijima Roshi erläutert hierzu sein, das man bei der Zazen-Praxis erfährt: „Das ganze Universum ist so, wie es ist“. Die fünf Komponenten des Menschen und der Welt sind nach seiner Deutung Körper (Form), Sinne (Wahrnehmung), Denken, Handeln und Bewusstsein. Beim Zazen werden das Denken und die Wahrnehmung überschritten, sodass sich das Bewusstsein ganz für das Hier und Jetzt öffnet und den Stress, die Gedanken und aufgeladenen Gefühle abschüttelt. Man ist leer von den üblichen oft bohrenden und störenden Gedanken und Gefühlen. 

Kommentare:

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